Poker und Persönlichkeitstypen

Häufig stellt sich die Frage, was einem für Fähigkeiten beim Pokern abverlangt werden. Wir haben bereits einen eigenen Artikel zu diesem Thema geschrieben, welche Fähigkeiten für Online Poker wichtig sind. Als ernst zu nehmenden Indikator, ob man im Poker erfolgreich sein kann, dient meiner Meinung nach der Myer-Briggs-Typindikator. Diese Persönlichkeits-Typologie beinhaltet 4 Klassifikationen mit jeweils 2 Dimensionen, anhand derer man Persönlichkeiten einordnen kann. Dazu werde ich euch im Folgenden eine kurze Zusammenfassung aus Wikipedia zeigen, um anschließend den Bezug zum Poker herzustellen.

Myers-Briggs-Typindikator

I bis E – Introversion bis Extraversion

“Dies beschreibt die Motivation zur Sinneserfahrung. Diese Unterscheidung ist weit verbreitet. Ein nach außen orientierter Mensch ist kontaktfreudiger und handlungsbereiter, ein nach innen orientierter Mensch konzentrierter und intensiver. Man spricht auch von der Tendenz zur Weite (E) bis hin zur Tiefe (I) der Sinneserfahrung. Hier wird von einer Gleichverteilung in der Bevölkerung ausgegangen.”

N bis S – Intuition bis Sensing

“Dies beschreibt die Verarbeitung der Sinneseindrücke, der sensorische Geist gewichtet die „Rohdaten“ bzw. die unmittelbaren Eindrücke am höchsten, der intuitive Geist verlässt sich stärker auf seinen sechsten Sinn, also auf seine Spekulationen und Vermutungen. Der sensorische Geist ist detailorientiert und gewandter im exakten Verarbeiten von einer konkreten Informationen sowie im Einschätzen der Realität. Der intuitive Geist achtet eher auf das Ganze als auf dessen Teile und ist gewandter im Erkennen von Gesetzmäßigkeiten, Relationen und Möglichkeiten. Es wird davon ausgegangen, dass Sensoriker etwa zwei Drittel bis drei Viertel der Bevölkerung ausmachen.”

F bis T – Feeling bis Thinking

“Dies beschreibt die Art und Weise, wie Entscheidungen getroffen werden. Der Denker (thinking) betrachtet die ihm vorliegenden Informationen eher von einem rationalen Standpunkt und versucht, mittels Logik zu objektiven Erkenntnissen und optimalen Entscheidungen zu gelangen. Da er Klarheit liebt, kategorisiert er die ihm vorliegenden Sinneseindrücke stark. Der Fühlende (feeling) beachtet seine Emotionen stärker. Er urteilt subjektiv nach seinen Gefühlen und berücksichtigt dabei vorwiegend Werte, Ideale oder zwischenmenschliche Aspekte. Hier wird von einer Gleichverteilung bei geringfügig mehr Fühlern ausgegangen. Gleichzeitig besteht hier die größte Unausgewogenheit zwischen den Geschlechtern: Schätzungen zufolge sind etwa zwei Drittel der Denker Männer und etwa zwei Drittel der Fühler Frauen.”

J bis P – Judging bis Perceiving

“Dies beschreibt die Sicherheit, mit der man Entscheidungen trifft und zu ihnen steht. Entweder man ist offen für neue Eindrücke und zeigt sich bereit, seine Entscheidungen und Pläne zugunsten neuer Informationen zu überdenken. Dies bedeutet auch, dass man spontaner handelt und sich flexibler unregelmäßigen Umständen anpassen kann (perceiving). Im Gegensatz dazu steht die Entschiedenheit. Der Urteilende (judging) entscheidet bereits, bevor ihm alle Informationen vorliegen und hält an einmal getroffenen Entscheidungen und eingeschlagenen Wegen auch unter widrigen Umständen fest. Bevorzugt handelt er systematisch und planmäßig. Falls erforderlich, werden Pläne angepasst, jedoch werden diese ungern völlig verworfen. Der Urteilende hat außerdem eine stärkere Neigung zum Dominieren und Kontrollieren. Er zeigt im Handeln weniger Spontanität, dafür jedoch mehr Disziplin und Konsistenz. In dieser Dimension ist ungefähr von einer Gleichverteilung auszugehen. Jeder Mensch ist in der Lage, entsprechend den vorliegenden Ereignissen angepasst zu handeln, jedoch bevorzugen die Menschen bestimmte Herangehensweisen. Dies wird hier als Typen bezeichnet. Zusammen ergeben diese 4 Klassifikationen 16 Ausprägungen, wobei uns gleich vor allem die grüne Kategorie interessieren wird.”

Persönlichkeitstypen Verteilung Myer-Briggs

Was bedeutet diese Klassifikationen/Ausprägungen für Pokerspieler

Im 2p2-Forum wurde eine Umfrage gestartet, welche Persönlichkeitstypen die jeweiligen Spieler besitzen. Hierzu wurde ein Persönlichkeitstest verlinkt, den man anschließend beantwortet hat und das Ergebnis gepostet wurde. Wichtig ist hierbei, das die Umfrage nur unter High Stakes Spielern (Games mit Big Blind 10$ aufwärts) durchgeführt wurde. Eine Umfrage unter den erfolgreichsten Pokerspielern also. Das Ergebnis dieser Umfrage ergab (Stichprobe: 391 Pokerspieler):

INTJ – 114 – 29.2%
INTP – 80 – 20.5%
ENTP – 46 – 11.8%
ENTJ – 32 – 8.6%
ENFJ – 20 – 8.2%
ENFP – 17 – 4.3%
ISTJ – 15 – 3.8%
INFJ – 15 – 3.8%
INFP – 14 – 3.6%
ISTP – 11 – 2.8%
ESTJ – 11 – 2.8%
ESTP – 10 – 2.6%
ESFP – 3 – 0.8%
ISFP – 2 – 0.5%
ISFJ – 1 – 0.3%
ESFJ – 1 – 0.3%


Extrem auffällig bei diesem Ergebnis ist die überwältigende Dominanz der NT-Kombination, welche zusammen 70,1% unter den Pokerspielern besitzen. Die durchschnittliche Verteilung unter der Bevölkerung beträgt lediglich 14% (vgl. Grafik). Dies ist eine extrem unausgeglichene Häufigkeitsverteilung, welche auf eine starke Relation zwischen der NT-Kombination und der Fähigkeit, erfolgreich Poker spielen zu können, schließen lässt. Online-Poker wird demzufolge von NTs dominiert.

Aber was macht diese Kombination so wertvoll? Im Folgenden werde ich meine Interpretation zu dem NT-Phänomen wiedergeben, welche teilweise an Ausführungen aus dem 2p2-Thread angelehnt ist. Unterschiedliche Typen haben unterschiedlichen Fähigkeiten, um mit bestimmten Situationen klar zu kommen. Die NTs sind generell sehr begabt in Strategiespielen, was auch die gehäufte Herkunft von Pokerspielern aus dem Bereich Schach, Backgammon, Magic Cards oder Starcraft erklärt. Dies liegt vor allem an der Fähigkeit des abstrakten Wahrnehmens von Beziehungen (INtuition) und dem Einordnen von Beziehungen in ein großes Ganzes (Thinking). Online-Poker wird insbesondere von NTJs dominiert. Dieser Typ ist am Besten darin, gleichzeitig mehrere unterschiedliche konzeptuelle Standpunkte zu erwägen sowie die methodisch effizienteste Struktur zu planen, um empirische Ergebnisse zu produzieren.

Darüber hinaus ist auch die Entscheidung, Online- oder Live-Poker zu bevorzugen, am Persönlichkeitstyp festzumachen. Relativ simpel gesprochen, haben introvertierte Persönlichkeiten (Motivation zur Sinneserfahrung kommt von Innen, hat per Definition nicht direkt zur Folge, als wortkarg oder zurückgezogen zu gelten) eher das Verlangen zum Online-Poker, während extrovertierte Persönlichkeiten (Motivation zur Sinneserfahrung von Außen) sich eher am Live-Poker erfreuen.

Um in Erfahrung zu bringen, ob man das Talent für Poker hat und ob man eher der Live- oder Online-Spieler ist, kann also das Beantworten eines Persönlichkeitstest sehr hilfreich sein. Auf jeden Fall ist es äußerst interessant, wie man selbst in diesem Test eingestuft wird.

für das Team
Carsten

// August 16th, 2010 // No Comments » // Poker Lifestyle

Professionell Poker Spielen – Die Fähigkeiten (Infografik)

Die folgende Infografik ist das Ergebnis aus einer Diskussion zwischen Carsten, Moritz (alias Mors von pokergeeks.de) und mir, um die Frage was die wichtigsten Fähigkeiten für einen professionellen Pokerspieler sind. Die acht Fähigkeiten können in zwei Gruppen unterteilt werden, zum einen die Primärfähigkeiten. Die Primärfähigkeiten sind essentiell für ein gutes Spiel. Die Sekundärfähigkeiten machen aus dem guten Spiel schließlich über lange Zeit Geld bzw. verhindern unnötige Verluste. Eine Analogie ist das Verhältnis von Produktion und Management, zweiteres ist ohne ersterem ziemlich sinnlos, allerdings kann die Effektivität und Effizienz durch gutes Management extrem gesteigert werden.


Fähigkeiten Professionell Poker Spielen

Primäre Fähigkeiten – “Die Produktion”


Analytische Fähgikeiten + Mathematische Grundlagen + Spielkonzepte

Generelle analytische Fähigkeiten um Situationen und Personen einschätzen zu können. Diese Fähigkeiten setzen abstraktes Denkvermögen voraus und können durch zusätzliches Wissen erheblich verbessert werden. Dabei sind unserer Meinung nach die mathematischen Grundlagen und Spielkonzepte die wichtigsten Ergänzungen. Dies erlaubt es einem beispielsweise das Board, die Betting-Patterns, die Tells beim Live-Poker und die Statistiken beim Online-Poker, etc. richtig einzuschätzen.

Lösungsorientiertes Handeln

Ich hab immer wieder davon gehört, dass es einige Spieler gibt die theoretisch sehr stark sind, aber praktisch am Tisch scheitern. Dies scheint sich nicht nur auf Pokern zu beziehen, denn der Spruch “Those can do, those who can’t teach” konnte ich die letzten Jahren in den verschiedensten Bereichen desöfteren vernehmen. Deshalb ist essentiell die gemachten Einschätzungen auch richtig und rechtzeitig umzusetzen.

Und wo ist die “Strategie”?

Strategie- eines meiner Lieblingswörter und wohl auch Langzeit-Favorit, ob nun bei Klassikern wie Masters of Magic, Colonization, Hearts of Iron über Miltärgeschichte zu Artikeln von McKinsey, BCG & Co und nun Pokern. Ja, aber was ist Strategie? Vor allem was ist Strategie ohne Umsetzung? Meine bevorzugte Definition von Strategie ist eine Kombination aus:
  • Konkreten, einfachen und konsistenten Langzeit-Zielen
  • Gutem Verständnis des Wettbewerbsumfeldes
  • Richtige Einschätzung der eigenen Ressourcen (Stärken & Schwächen)
  • Effektive Umsetzung
(Quelle: Contemporary Strategy Analysis, Robert M. Grant.)

Strategie ohne Umsetzung ist nichts weiter als ein nettes Hirngespinst. Strategie ist wohl der heilige Gral in Krieg, Wirtschaft und Spielen, allerdings ohne Umsetzung bleibt es nur ein trockener verstaubter Becher…

Fähigkeiten Professionell Poker Spielen

Sekundäre Fähigkeiten – “Das Management”

Die sekundären Fähigkeiten dienen dazu den Gewinn zu maximinieren und die Kosten zu minimieren. Also man kann auch ohne die sekundären Fähigkeiten gewinnen. Allerdings um professionell zu spielen sind sie unumgänglich, denn ein Profi muss möglichst “konstant” und über einen langen Zeitraum gewinnen.

Wo ist die “Geduld”? – **** Geduld!!!

Wir haben dabei den Klassiker “Geduld” mal vor die Tür verwiesen. Ich persönlich halte emotional und rational wenig von “Gelduld”, ein Blick in Wikipedia hat mich in meiner Einschätzung bestätigt: “Das Wort Geduld (auch altertümlich: Langmut) bezeichnet die Fähigkeit, warten zu können.”

Ich persönlich halte mehr von “Selbstdisziplin”, weil es genereller gehalten ist und sich nicht nur auf “warten” bezieht. Mit konkreter “Selbstdisziplin” meinen wir “eine Form der bewussten Selbstregulierung”. Ich persönlich finde, dass Geduld zwar eine ganz nette Tugend sein kann, allerdings ist sie für mich zu stark katholisch / autoritätshörig geprägt und reaktiv, wobei ich eher proaktives diszipliniertes Handeln vorziehe, weil dabei gebe ich an keine äußere Autorität Verantwortung ab.

Selbstdisziplin

Selbstdisziplin ist die bewußte Selbstregulierung und umfasst beim Pokern die richtige Mischung aus spielen, weiterbilden und relflektieren der eigenen Spielweise. Sowie auch zum richtigen Zeitpunkt die richtige Handlung zu setzen, ja darunter fällt wohl auch manchmal auf die richtige Hand zu “warten” (abschätzender Blick auf das Wort ;). Weiterhin fällt unter Selbstdisziplin auch die Tiltkontrolle in Kombination mit der weiter unten angeführten Belastbarkeit.

Bankrollmanagement

Bankrollmanagement dient dazu, dass man nicht über seine Verhältnisse spielt, aber auch nicht unter seinen Verhältnissen. Ersteres ist gefährlich und kann schnell dazu führen, dass man “broke” geht. Zweiteres ist inefffizient, man würde dann unter seinen Opportunitätskosten spielen und durch eine kleine Risikoreduktion eine große Reduktion des Stundenverdienstes in Kauf nehmen.

Zeitmanagement

Zeitmanagement ist essentiell, weil praktisch sind professionelle Pokerspieler wie Selbstständige, dh. Verantwortung übernehmen. Also keine externen Verpflichtungen wie spätestens Montag um 0900 in der Arbeit stehen oder sonstige Autoritäten, die einen vorschreiben wann, wie, was und wo erledigt werden muss. Im Extremfall heißt dies “null Struktur” oder “totale Auswahl”, nur wenige können mit soviel Freiheit auf einmal umgehen. (Siehe: Paradox of Choice). Ständiges Fortbilden, regelmäßiges Spielen, seine sozialen Verpflichtungen nachgehen und Beziehungen “herstellen” fällt auch darunter. Wenn man arbeitet hat man üblicherweise im Mindestfall die Kollegen als soziales Umfeld, also Profi Online-Poker Spieler ist es im Extremfall lediglich der Pizza Mann.

Belastbarkeit

Poker spielen kann manchmal anstrengend sein, sowohl körperlich wie auch geistig. Sei es beim Online-Pokern, dass man dann zockt, wenn die Natur vorgesehen hätte, dass man schläft oder das man je nach Anzahl der Tische in kurzer Zeit mehrere Entscheidungen hintereinander treffen muss. Kombiniert mit hohen Fluktuationen von diametrial gegenüberstehenden Ergebnissen- sprich “bad beat” vs. “verdienter Sieg” oder “bad beat für den Gegner”- diese Antithese (oder Roller-Coaster) der Gefühle erfordert eine gewisse Zähigkeit oder effektive Methoden mit diesen Gefühlen umzugehen.

Vielen Dank an Moritz und Carsten. Moritz hat übrigens einen sehr guten Artikel über Selbstdisziplin geschrieben: Edges, die man aus Faulheit / Nichtwissen / Gewohnheit liegen lässt

Für das Team
Bernhard

// Juni 29th, 2010 // 1 Comment » // Poker Lifestyle

Online-Poker und Geschichtswissenschaft

[Meta-Kommentar: In diesem Beitrag geht es um eine differenzierte und komplexe Sichtweise fernab von populistischen, gesetzlichen und steuerrechtlichen Betrachtungsweisen.]

Es ist immer wieder interessant, Artikel über die Glücks- und Geschicklichkeitsspiel-Debatte zu lesen. Die Begründungen und Erklärungen sind meist – je nach eigener Weltanschauung – logisch und/oder nachvollziehbar, jedoch meist relativ eindimensional. Sei es nun, ob eine Gruppe von erfahrenen Spielern im Schnitt eine Gruppe unerfahrener Spieler schlägt oder ob ein Professor für Statistik nachgewiesen hat, dass der “Glücksfaktor” kleiner als der “Geschicklichkeitsfaktor” ist. Es wird einfach nur eine Ebene betrachtet, jedoch handelt es sich um eine komplexere Fragestellung.

Doch was hat das Ganze jetzt mit Geschichtswissenschaft zu tun? Als ich mich 2001 ins Studieren von Informatik und Geschichte stürzte war ein zentrales Thema in Geschichte die Legitimation und Validität geschichtlicher Forschung. Eine zentrale Begründung dabei ist, dass die Methode die bei der Forschung benutzt wird, nachvollziehbar und somit überprüfbar ist. Genau bei dieser Methode liegt der Punkt, der mir in der bisherigen Debatte um Poker – insbesondere Online-Poker – fehlt.

Poker – auch Online-Poker – ist ein Glücksspiel, wenn es ohne einen methodischen Ansatz und dazu passender mentaler Voraussetzungen gespielt wird. Desweiteren ist eine gewisse Anzahl an Händen nötig, um die Varianz auszugleichen.
Wenn die Entscheidungen am Pokertisch mit Erklärungen nicht rational nachvollziehbar sind oder der Spieler in seiner Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigt ist – sprich auf tilt ist – dann kann man durchaus von einem Glücksspiel sprechen, ebenso wenn die Anzahl der gespielten Hände zu gering ist.

Da viele Menschen meist nicht über die Disziplin, geistigen Fähigkeiten und Zeitinvestition für einen methodischen Ansatz verfügen (wollen), ist und bleibt (Online-)Poker ein Glücksspiel für die Mehrheit. Selbst für jene die meinen über diese Fähigkeiten zu verfügen, denn auch ein Großteil der Bevölkerung meint besser im Autofahren zu sein, als der Durchschnitt. In diesem Sinne frohes Dynamitfischen.

für das Team
Bernhard

// Mai 21st, 2010 // No Comments » // Poker Lifestyle

Poker Recht – Die Rechtslage in Großbritannien

Einführung und Hintergründe

Großbritannien - Poker Recht Glücksspiel wird in Großbritannien von der sogenannten Gambling Commission reguliert, welche dem Department for Culture, Media and Sport (DCMS) unterstellt ist. Der sogenannte Gambling Act 2005 trat im September 2007 in Kraft (deshalb auch die “2005” im Namen ;) (Canterbury City Council Online – The Gambling Act 2005). Dieser enthielt unter anderem wichtige Punkte zum Jugend- und Spielerschutz. Zusätzlich wurde auch Online-Glücksspiel zum ersten mal reguliert.

Legalität von Live- und Online-Poker

Live-Poker ist generell erlaubt, allerdings gibt es gewisse Richtlinien, die je nach Veranstaltungsart und -ort befolgt werden müssen. (Die genauen Details findest Du hier: Gambling Commission – What is Poker?)

Online-Glücksspiel (und somit auch Online-Poker) ist ebenso legal, die Gambling Commission hat sogar eine extra Broschüre für Online-Spieler herausgebracht, worauf bei Online-Glücksspielen aufgepasst werden sollte: What to look out for when gambling online – ist das nicht süß!? :) Der Gambling Act 2005 verlangt, dass die Anbieter in einem Land lizenziert sein müssen, um Werbung in Großbritannien machen zu dürfen. Allerdings ist für das Anbieten des Services keine Lizenzierung nötig. Die jeweiligen Länder befinden sich auf einer sogenannten “white list”. Die “white list” beinhaltet alle Länder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Aus diesem Grund sind viele Anbieter nach Malta, Gibraltar und Co übergesiedelt, um auf diesem Weg Steuern zu sparen. (European Gaming Lawyer, Spring 2009, p. 6)

Britische Sicht auf Poker – ein Spiel mit gleichen Chancen

Zuerst fand ich die Homepage der britischen Gambling Commission ziemlich unhandlich, allerdings wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Die FAQs sind exellent. Der Gambling Act 2005 scheint auch sehr detailliert zu sein, so bietet das FAQ bzgl. Live-Poker an, welche Einsätze an welchem Ort (pub, club, home, work) erlaubt sind – sowohl für das cash als auch für das tournament game. Auch haben die Briten einen Zugang zu Poker, den ich so noch nicht gelesen habe. Üblicherweise kann man sich anhören, dass Poker kein oder doch ein Glücksspiel ist etc. Die Briten schreiben einfach, was unumstritten ist: “Poker is a game of equal chance, along with games like cribbage and dominos. Equal-chance gaming does not involve playing or staking against a bank and the chances are equally favourable to all participants. “ (Quelle: Gambling Commission – What is Poker?) Die emotional geladenen Worte “luck” und “skill” werden nicht mal erwähnt.

Aktuelle Entwicklungen

Im Januar 2010 wurde bekannt, dass das Department for Culture, Media and Sport (DCMS) an einem Entwurf arbeitet, der vorsieht, dass ausländische Anbieter, die nicht in Großbritannien lizenziert sind, für eine Lizenz bei der Gambling Commission ansuchen müssen, damit sie in Großbritannien werben dürfen. Bis jetzt war dies den Anbietern erlaubt, wenn sie im Ausland lizenziert waren und diese Länder von Großbritannien geduldet wurden. Dadurch konnten die Anbieter einiges an Steuern einsparen. Ebenso ist vorgesehen, dass die Anbieter Daten bereitstellen müssen, um verdächtiges Verhalten an die entsprechenden Behörden weiterzuleiten (United Kingdom Poker Tax Laws Changing). Pokernews berichtete im Juni 2009 davon, dass die britischen Anbieter eine neue Steuer abwenden konnten, indem sie in einen Fond zur Spielsuchtforschung und -bekämpfung einzahlten (Poker News: England – Freiwilligkeit vor Pflicht).
Disclaimer/Anmerkung: Wir sind keine Juristen und keine dieser Informationen ist irgendeiner Form juristisch belegt. Ebenso wenig sind wir in irgendeiner Form zu einer rechtlichen Beratung fähig.
für das Team
Carsten und Bernhard

// Mai 10th, 2010 // No Comments » // Poker Recht

Infografik – Poker-Markt Deutschland

Einführung

Nach guter Resonanz auf unsere Infografik zum Glücksspiel- und Poker-Markt in den Niederlanden kamen Fragen auf, ob wir sowas auch für Deutschland machen könnten. Nun ja, wir haben zwar einige Daten zum deutschen Poker-Markt, aber die Qualität und Quantität der Daten hält sich leider in Grenzen. (Die Quelle für die Niederlande war immerhin das Justizministerium.)

Wir haben jetzt nochmal etwas nachgeforscht und unsere eigenen Berechnungen mit den Daten verglichen, sowie unsere Berechnungen zum europäischen Markt mit den niederländischen Werten als Vergleich genutzt.

Infografik - Pokermarkt Deutschland Hier kannst Du die Infografik zum Poker-Markt Deutschland herunterladen (jpg).

(Online-)Poker-Spieler – Quellen & Methode

Laut der German Poker Players Alliance (GPPA) gibt es in Deutschland wohl um die fünf Mio Spieler, wobei die GPPA schreibt “ca. fünf Millionen Menschen in Deutschland sind begeisterte Freizeit-Kartenspieler.”

Bei den Online-Poker-Spielern in Deutschland liegen Daten vom Dezember 2009 von einer Umfrage von bitkom vor. Laut der Umfrage spielen 2 000 000 Deutsche Online-Glücksspiele und davon 22 % Online-Poker, d. h. 440 000 Deutsche. Diesen wären dann etwas mehr als die Niederländer mit 372 900 Online-Poker-Spielern. Allerdings hat Deutschland fast fünfmal so viel Einwohner wie die Niederlande. Daher gehen wir davon aus, dass diese Zahl viel zu niedrig ist. Wäre der Prozentsatz der Online-Pokerspieler in Deutschland gleich zu den Niederlanden, dann wären es 1 800 000 Deutsche. Laut unseren Berechnungen mittels Rückrechnung der Daten von pokerscout kommen wir auf 1 400 000 deutsche Online-Poker-Spieler.

Spieleranteile Pokerräume – Methode

Desweiteren haben wir noch die Spieleranteile der vier größten Pokerräume Poker Stars, Full Tilt Poker, Everest Poker & Party Poker (ohne Poker-Netzwerke) für Deutschland anhand von alexa-Daten ermittelt. Dabei ist anzumerken das alexa-Werte nur bedingt zuverlässig sind. Desweiteren kommt dazu, dass wir nur Daten dazu haben wie viele Deutsche auf die .com-Seite (und nicht den Spielserver) zugegriffen haben. Allerdings gehen wir davon aus, dass die Zahlen durchaus miteinander korrelieren oder warum sollten zum Beispiel deutsche Zocker die jeweilige .com-Seite weniger oder häufiger besuchen als zum Beispiel Niederländer. Desweiteren ist uns bei den Daten kein besonderer Ausreißer aufgefallen, also die Ukraine war jetzt nicht auf Platz eins oder so. ;)

für das Team
Carsten & Bernhard

// Mai 3rd, 2010 // 2 Comments » // Poker Markt

Deutschsprachige Poker Blogs – die zweite Runde

Poker Blogs deutschsprachig - Deutschland, Österreich und Schweiz Wie versprochen folgt nun die zweite Runde der ausgewählten deutschsprachigen Poker-Blogs. Wir haben uns die nächsten zehn Stück vorgenommen, die Inhalte durchgesehen, Zitate zur Belustigung aus dem Kontext gerissen und die interessantesten/krassesten Posts markiert.

Hier geht’s zur ersten Auswahl der besten deutschsprachigen Poker-Blogs.


DirtySanchez80 – A Nit On Tilt

Kommentar: DirtySanchez80 ist seit März 2008 wieder (!) dabei – er hatte vorher einen anderen Blog, den er allerdings “auslaufen” ließ und lieber eine anonyme Variante wählte. Die Anzahl der Blogposts ist sehr hoch, die meisten Beiträge kurz und knackig. Das Angebot reicht von Mix-Videos, (Poker-)Lifestyle, Handanalysen, Graphen und Reiseberichten. Eine Tag-Wolke bietet auch einen guten Einblick in die verschiedenen Kategorien. Mit über 45.000 Hits zählt er wohl auch zu den bestfrequentiertesten deutschsprachigen Poker-Blogs. Lange Zeit spielte er auf NL200HU/SH, im Moment ist er bei den Limits NL400/600/1000 angekommen.

Ausgewählte Posts: Ausgewähltes Zitat:
  • “Also für alle Feinde der langen Texte hier die Cliffnotes: Suff, Party, Frauen, Suff, lettische Neonazis, weinende Russen, Party, Suff..”
  • “alle 5Minuten war ein Aufschrei zu hören: ‘ ooooaaaahhh da drüben.. alter wie geil is sie denn ?!!!!’ “
  • “Langsam dringen die Worte in mein Gehirn vor.. feueralarm.. Feueralarm.. Feueralarm? Feueralarm !”
  • “Ich komme nun eben von meiner hiesigen Pokerrunde nach Hause, hab einige Gläser Tullamore Whisky/Cola intus und hab wohl die bisher größte Loosingsession in der Geschichte dieser Homerunde hingelegt. Zeit für einen Blogeintrag”
  • “Als würde sich ‘ne Bakterie erlauben Kant zu kritisieren ;) .”
  • “Ob sich Postboten überhaupt was denken, wenn sie ihre Waren ausliefern ?”
  • “Das ganze mal graphilisiert..”





Bonushure – Poker Blog

Kommentar: Wohl das “lauteste” Branding der gesamten deutschen Pokerblogger-Szene: “die Bonushure”. Die Bonushure informiert über Boni, Fußballmatches und schreibt auch schon mal über seine Midlife Crisis – ist ja auch schon seit Februar 2007 dabei. Ansonsten hat der Blog so viele Links und Banner, dass er schon fast wieder ein Kunstwerk ist. Seine Fußballgeschichten sind selbst für nicht Fußballfans spannend. Die Vielfalt und Masse der Artikel sind sehr beeindruckend, von Anleitungen zum Bau eines Crapstisches bis zu Tricks wie man die Warteschlange im Phantasieland schneidet ist alles dabei. Für mich vermutlich einer der unterhaltsamsten Blogs, insbesondere wenn die Jungs vom Titanic Magazin sich mal wieder in zu viel political correctness üben ist die Bonushure ideal. ;)

Ausgewählte Posts: Ausgewählte Zitate:
  • “Zocker,einer meiner letzten Posts bezüglich meines ‘dynamischen Anstehens’ im Phantasialand hat doch die ein oder andere Kritik nach sich gezogen.”
  • “Ziemlich mutig, aber auch ziemlich dumm.”
  • “Worauf ca. 50 Plüschbomberjacken auf uns zurannten.”
  • “Hooligan war kein angenehmer Ausbildungsberuf”
  • “Oder im Winter einen Bauwagen für alkoholkranke Obdachlose auf dem Kirchengelände aufstellen.”
  • “1. Macht das nicht mit Euren guten Karten, die sind danach Fritte. 2. Und zielt nicht auf Eure Hauskatze, die Karten tun ganz schön aua.”





OverRunners

Kommentar: OverRunners hat laut eigenen Angaben im Moment sechs Blogautoren (Poemmel, TheManWithTheVan, ZeroSchatz, msotown, glatchri und carl), wovon Poemmel, carl und TheManWithTheVan in letzter Zeit am aktivsten waren. Die Artikel beinhalten sehr viele Handhistories und manche sind mit sehr aussagekräftigen Bildern unterlegt. Es gibt EPT-Berichte, Graphen und Lifestyle-Sachen wie PS3-Kaufberichte. ;) Die Limits sind bunt gemischt und mindestens zwei haben SuperNova-Status. Der Blog bietet leider keine Kategorien und die drei Labels: “Carl first post obv Poker suxx Roller Urlaub Sturz”, “content” und “urlaub thailand bangkok” sind auch nicht sehr hilfreich, was die Navigation etwas schwierig macht.

Der 10 Euro Trip Report London (5 Teile) ist einfach GENIAL!!! Passt vielleicht nicht gerade in die Kategorie Poker-Lifestyle – eigentlich kommt Pokern gar nicht vor – aber trotzdem GENIAL!

Ausgewählter Post: London 10€ Tripreport Part 1

Ausgewählte Zitate:
  • “- Kasino besuchen wenn ich 21 bin”
  • “Nach dem aufstehen gönnte ich mir eine kleine Erfrischung aus dem Wasserspender bei dem Klo.”
  • “Da wir aber definitiv nicht mehr Geld als 10€ mitnehmen wollten, haben wir unser Geld beim Flughafen in einer Box an einem Feld vergraben.”
  • “Leicht verschalfen, hungrig und obdachlos streiften wir dann erstmal ein bisschen durch die Straßen.”
  • “Nach einer Weile wurden wir allerdings von Polizisten weggeschickt. (also die wurden nicht unseretwegen geholt, die laufen da einfach immer rum, keine Angst ;))”
  • “Nun gingen wir erstmal wieder zu Tesco. Leider mussten wir feststellen, dass unser tolles 80pence Brot ausverkauft war und müssten deswegen zu dem sehr teuren 1.24Pfund Brot greifen!”
  • “In dieser Verzweiflung kam uns aber eine großartige Idee! Jedenfalls dachten wir das da.”
  • “Vor meinem inneren Auge las ich die Schlagzeilen über die beiden Jugendlichen die auf einem Rockfestival gestorben waren, weil sie verhungert (!) waren.”
  • “Es folgte der Moment in dem wir zum ersten Mal Essen aus dem Müll aßen.”





Printing Money

Kommentar: Der Blog von Tristan alias t181241 ist seit Juni 2009 online, davor hat er selbst schon ein Jahr gezockt. Er kommt wohl aus der Nähe von Hannover, zumindest spielt er manchmal im dortigen Casino. Sein Blog zeichnet sich durch Qualität statt Quantität aus, seine Posts sind gut formatiert und handeln zum Großteil über Online-Poker, die durch Live-Poker-Berichte ergänzt werden. Das Blog-Design und die fehlenden Banner finde ich auch sehr angenehm. Im Moment spielt er NL50 und ist bei etwas über 350 K Händen.

Ausgewählter Post: The Aggressive, Live-Poker

Ausgewählte Zitate:
  • “Du hast recht, es ist fast unmöglich online legal Poker zu spielen, ich denke jedoch aber auch, dass es genauso unmöglich ist online illegal zu spielen.”
  • “Nachdem ich all meine Chips in die Mitte schmiss und er nach zwei Wochen mitging schaute ich voller Hochmut auf seine mickrigen A Herz J Herz.”
  • “An fast jedem Tisch saßen mindestens zwei Trottel die ihr Geld verschenken wollten.”
  • “Meine persönliche [natürlich sehr objektive...] Meinung nach hatte ich nur Pech, Set-Ups, Cooler und natürlich nicht zu vergessen Bad-Beats.”
  • “Nach drei Minuten Bedenkzeit, oder besser, nach drei-minütigen Anstarren meines Freundes”





Pokersucht.com – das Poker Blog

Kommentar: Der Blog wurde von Tom im August 2009 übernommen und seit dem Relaunch im Februar 2010 durch Artikel von Dr. Mole ergänzt. Der Blog hat ein angenehmes Design und interessante Inhalte, locker und einfach geschrieben. Es geht um (Online-)Poker und alles darum herum, allerdings keine Handhistories, keine Reiseberichte und keine Artikel über verschiedene Strategien, also ideal für Zwischendurch.

Ausgewählter Post: Live Poker versa Online Poker!

Ausgewähltes Zitat: “Das Main Event der WSOPE gewann die 19jährige Norwegerin Annette Obrestad, jawohl eine Frau und das in EUropa meine Herren!!!”





Pokern statt Pizza ausliefern

Kommentar: Der Blog gehört auch noch in die ‘Pre-Glücksspielstaatsvertrags-Ära’ der Poker-Blogs und umfasst mehr als 300 Einträge. Er wurde im August 2007 von Niels aus Hamburg gegründet und umfasst im Moment drei Spieler (Niels, Quoc und Melvin) der Level NL 50 SH bis NL200 SH. Die Posts beinhalten hauptsächlich Handhistories, leider gibt es keine Kategorien oder Tags, was die Navigation etwas erschwert.

Ausgewählter Post: Planung für 2010

Ausgewählte Zitate:
  • “Ja, was soll ich sagen? Die Varianz hat mich wieder lieb *g*”
  • “Hier noch mein Absturz Graph:”



Rivered – Nice Hand Sir…

Kommentar: Dieser Blog hat manche Einträge in deutsch und manche auf englisch. Er ist sehr jung, die ersten Einträge sind vom Dezember 2009. Es gibt drei Autoren MindGame, Grace und Salty (saltwalterjoe), sie spielen NL100/25/200 und Tournaments. Nachdem Grace weiblich ist, hat der Blog sogar eine richtig fette Frauenquote und anscheinend scheint Super Mario Bros ihre Beziehung zu belasten. Sie nutzen Kategorien, die von Cashgame über Live-Poker zu WSOP2010 reichen. Das Design finde ich top und die Farbwahl auch.

Ausgewählter Post: Gibt es Freunde am Pokertisch?

Ausgewählte Zitate:
  • “Bislang hat unsere Beziehung bis Welt 2 überlebt, bin gespannt, ob wir das durchgespielt bekommen, ohne uns trennen zu müssen”
  • “Mindame hat freundlicher Weise noch ein paar Bier und Steaks übergelassen;-)”
  • “Naja, ich gebe es zu: Mein Eigenlob stinkt genauso, wie die Bremer.
    Nun will ich mal nicht abschweifen, dieses ist doch ein Pokerblog, oder?”





Der Poker und Golf Blog

Kommentar: Für alle die Pokern und Golfen mögen ist er wohl der ideale Nischenblog. ;) Seit August 2008 dabei. Der PokerGolfer hat auch seine Turnierergebnisse von 2008 und 2009 veröffentlicht. Neben den (inzwischen sehr wenigen) Golf-Einträgen dominieren Videos von Pokerturnier-Übertragungen, Bonunsangeboten, Reiseberichten und Handhistories.

Ausgewählter Post: Die lustigsten Suchbegriffe

Ausgewähltes Zitat: “Am Sonntag stellte sich die Frage: Golfen oder ein Turnier Spielen. Ich entschloss mich für letzteres und meldete mich zu einen 540$ Turnier im Bellagio an.”





Pokerfreak

Kommentar: Der Pokerfreak aus Berlin ist seit August 2009 dabei. Er konzentriert sich auf (Live- und Online-)Turniere. Im Blog findest du hauptsächlich Handhistories und Graphen. Für die Handhistories nutzt er den Handreplayer von PeloPoker, was ich persönlich sehr angenehm finde. Der Pokerfreak ist mit Frau und zwei Kindern wohl nicht der durchschnittliche Pokerspieler und produziert dadurch ein paar interessante Zitate. ;)

Ausgewählter Post: Besoffene Amis

Ausgewählte Zitat:
  • “Na klar callt man mit 7T ein Raise und geht dann ALL In. Steht ja in jedem Buch so.”
  • “Hier mal ein Beispiel warum man nicht zwischendurch aufs Klo gehen sollte.”
  • “Da ich heute Morgen so gegen 5Uhr wach geworden bin und nicht mehr schlafen konnte, dachte ich mir ich zocke etwas.”
  • “Na ja, werde ich in Zukunft wohl auf Schlaf verzichten müssen.”





Million Dollar Pokerblog – Mein Weg zu den Pokermillionen. Mit 5 Dollar zu den Highstakes der Pokerwelt.

Kommentar: B2crusher ist seit September 2009 dabei. Er postet viele Hand Histories und nutzt dafür meist den Bet N Go HandReplayer.

Ausgewählte Posts: Ausgewählte Zitate:
  • “Heute gibt es mal etwas ganz neues hier, nämlich nichts neues. Ihr fragt Euch sicher was soll denn das? Spinnt der jetzt? Antwort, ja und nein.”
  • “Ich hasse Heulposts und darum soll das hier keiner werden.”

Ah ja, Musiktipp des Tages Motörhead – Born to Raise Hell, heute gekauft, der play count ist jetzt bei schlappen 29 Stück. Ich schreib jetzt lieber nicht, dass ich keinen Alkohol trinke, sonst bekommen manche Leute wieder Angst …

Born to Raise Hell
Bernhard

// April 28th, 2010 // 7 Comments » // Poker Lifestyle

Poker Recht – Die Rechtslage in Italien

Einführung

Italien Poker Recht In 2009 kam es in Italien zu einigen schnellen Entwicklungen im Bereich Glücksspiel. Das neue System scheint in der Industrie guten Anklang zu genießen, geht man von den Meldungen von 2010 aus, die über die Expansionen und gemeinsamen Verträge zwischen Italien und diversen Anbietern berichten. Wir wollen hier die Entwicklungen und Strukturen etwas ordnen, um einen besseren Überblick zu gewährleisten.

Online-Poker nur in nationalen Räumen erlaubt

Online-Poker in Italien kann nur auf lizenzierten Pokerräumen gespielt werden. Diese Pokerräume müssen auf Plattformen angeboten werden, die eigens für die italienische Bevölkerung sind. Dabei werden die Daten an eine staatliche Kontrollbehörde (siehe Organisation) weitergeleitet. Dort wird eine Überwachung, Validierung und Besteuerung durchgeführt, bzw. die entsprechenden Daten aufgezeichnet. Die Software muss von ausgewählten Einrichtungen zertifiziert werden und Lizenznehmer müssen über einen Sitz im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verfügen.

Die Nutzung von internationalen Seiten ist für Italiener verboten und wird via einer ‘Schwarzen Liste’ durchgeführt. Italien hat bereits in der Vergangenheit ausländische Seiten im großen Stil gesperrt, unter anderem auch in Malta lizenzierte Anbieter (Siehe: Poker Recht – Die Rechtslage in Malta).

Organisation

Die staatliche Glücksspiel-Kontrollbehörde gehört in Italien zum Finanzministerium. Wörtlich übersetzt trägt sie den Namen “Autonome Verwaltung der staatlichen Monopole” (Google Übersetzung von “Amministrazione Autonoma dei Monopoli di Stato” – AAMS(http://www.aams.gov.it)). Der Name klingt zwar sehr allgemein, es geht jedoch “nur” um Glücksspiel.

Rasante Entwicklungen – von Erdbeben und Glücksspielen

Laut Quirino Mancini im European Gaming Lawyer kam es aus zwei Gründen zu einer rasanten Entwicklung im italienischen Liberalisierungs- und Regulierungsprozess von Online-Glücksspiel: 1) ein Erdbeben und 2) einem entsprechenden ‘Wiederaufbau-Dekret’, dass die Absicht hat, die Staatskasse zu füllen. Der Prozess der Regulierung wurde ursprünglich bereits im Sommer 2006 begonnen, allerdings führten die Ereignisse im Jahr 2009 dazu, dass es innerhalb von vier Monaten zu entscheidenden Änderungen in der Gesetzeslage kam (European Gaming Lawyer -Autumn Edition 2009, p.30).

Nach dem Erdbeben in den Abruzzen wurde zum Wiederaufbau das sogenannte “Abruzzo Dekret” – von manchen auch als “Abrakadabra Dekret” bezeichnet), erlassen. Dieses wurde mit ein paar Ergänzungen zu einem Gesetz (77/09). Das Interessante daran ist, dass von den 8 Milliarden Euro für den Wiederaufbau 4,7 Milliarden aus neuen staatlichen Lotterien-Einnahmen kommen sollen (Italy’s Abracadabra Decree).
Ein weiteres Dekret, um die Folgen der Wirtschaftskrise zu bekämpfen, sieht vor, dass das Monopol für die Lotterie in Italien von einer auf vier Lizenzen erhöht werden soll (European Gaming Lawyer -Autumn Edition 2009, p.30). Die Lizenz der “Consorzio Lotterie Nazionali of the Lottomatica group” läuft im Mai 2010 ab (2010 Outlook of the Italian Gaming Market).

Die Bestimmungen für Online-Glücksspiel

Schließlich folgte das “Gesetz 88/09”, welches das italienische Gesetz für Online-Glücksspiel regelt. Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst: (Quelle: 2010 Outlook of the Italian Gaming Market)
  • Eine AAMS-Lizenz ist ein absolutes Muss, es reicht nicht – wie zum Beispiel in Frankreich – dass eine Lizenz in einem anderen (europäischen) Land vorliegt.
  • Die Lizenz umfasst Wetten zu fixen Raten, Pferderennen, Poker, Online-Poker etc. Interessant dabei ist, dass Pokern als Geschicklichkeitsspiel (“giochi di abilità”) betrachtet wird.
  • Bewerber für die Lizenz müssen aus dem Europäischen Wirtschaftsraum kommen.
  • Online-Glücksspiel muss über eine eigene, für italienische Einwohner geschaffene Plattform angeboten werden. Diese muss zusätzlich mit dem zentralen System der AAMS verbunden sein, wobei jeder Schritt der Kunden aufgezeichnet, überwacht, nachvollzogen, validiert und besteuert werden kann – in Echtzeit versteht sich.
  • Die Server des Anbieters können im EWR bleiben, solange eine Verbindung zum zentralen System der AAMS besteht. (Vergleich: Der französische Entwurf sieht vor, dass mindestens Spiegel-Server physisch in Frankreich vorhanden sein müssen.)
  • Zusätzlich ist das Anbieten von “.com”-Plattformen an italienische Einwohner verboten und wird – via ‘Schwarze Listen’ durchgesetzt.
  • Die Spielsoftware muss von der AAMS gewählten Einrichtungen zertifiziert werden.
  • Online-Angebote ohne Lizenz werden mit Gefängnisstrafen geahndet.

Fazit und Relevanz für die Internationalität von Online-Poker

Der italienische Ansatz ist ein Mittelweg zwischen einem staatlichen Monopol und einer Liberalisierung am europäischen Markt. Das nationale Lizenzmodell bleibt weiterhin intakt und es gab keine nennenswerten Einwände aus Brüssel. Die Regulierung erlaubt eine effektive Besteuerung, das System ist offen genug um Lizenzen zu erhalten, zusätzlich sind Richtlinien und Mittel zur Sperrung nicht erwünschter Anbieter vorhanden (European Lawyer -Autumn Edition 2009, p. 32).

Wenn sich das italienische Modell durchsetzt, so ist dies für viele Pokerspieler eher ungünstig. Durch die klare Eingrenzung auf nationale Grenzen wird die Anzahl der Spieler zu jeder Tageszeit auf den verschiedenen Limits sehr reduziert, dies gilt besonders für kleine Staaten. Politisch und kulturell halte ich dies auch für einen äußerst bedenklichen Ansatz, nationale Pokerräume zwangszuverordnen.

Disclaimer/Anmerkung: Wir sind keine Juristen und keine dieser Informationen ist irgendeiner Form juristisch belegt. Ebenso wenig sind wir in irgendeiner Form zu einer rechtlichen Beratung fähig.
für das Team
Bernhard

// April 21st, 2010 // 2 Comments » // Poker Recht

Poker Recht – Die Rechtslage in Frankreich

Einführung

Poker Recht - Frankreich Dieser Artikel behandelt den aktuellen Stand des Glücksspielrechts in Frankreich und geht auf die Rechtslage um Poker ein. Desweiteren wird der Blick auf das neue Gesetz gerichtet, welches gerade erst im April 2010 vom Parlament bestätigt wurde. Wir berufen uns hauptsächlich auf englische Quellen, da diese meist ausführlicher sind.

Basierend auf den Daten des EU-Reports von 2003, gaben die Franzosen ca. 2,5 mal soviel in Casinos aus wie die Deutschen. Im Bereich der Wetten gaben die Franzosen sogar mehr als 10 mal soviel aus. Umgerechnet auf die Pro-Kopf-Ergebnisse wäre diese Diskrepanz noch größer. Diese Spiel-Affinität dürfte wohl auch ein Grund für die deutsche Vorliebe an französischem Fisch sein.

Poker Recht

Das neue Gesetz regelt Online-Poker und wird voraussichtlich 2011 in Kraft treten. Man geht von ca. 100 potentiellen Anbietern aus, die sich für Konzessionen bewerben. Allerdings sieht ein Gesetzeszusatz vor, dass jede Firma, die eine Lizenz beantragen will, ihre derzeitigen französischen Spielerkonten sechs Monate vorher schließen muss. CardPlayer führt noch an, dass die Anbieter keine Niederlassungen oder Sitze in Steueroasen – wie Gibraltar – haben dürfen. Man geht jedoch dennoch davon aus, dass ca. 50 Anbieter eine Konzession bekommen werden (France Approves Bill to Make Online Poker Legal). Zusätzlich müssen in Frankreich Repräsentanten des Anbieters vorort sein, auch wenn deren Firmen-Hauptsitz nicht in Frankreich liegt. Darüber hinaus werden sie veranlasst, physische Server in Frankreich aufzustellen. Ursprünglich wurde vorgesehen, dass es für Anbieter ausreichend wäre, wenn sie über eine Lizenz im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verfügen und das Stamm-Land über ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Frankreich verfüge. Dies scheint jedoch nicht mehr der Fall zu sein oder ist durch die physische Präsenz von Repräsentanten und Servern praktisch ad absurdum geführt worden (Kritik von der Remote Gambling Association).

Die im Vorfeld angekündigte Begrenzung der Auszahlungen für Pokerspieler wird in der aktuellen Berichterstattung nicht erwähnt. Die Besteuerung für Online-Poker wird aller Voraussicht nach pauschal 2 % betragen. Für Cashgames bedeutet dies, dass bei jedem Buy-in bzw. Reload 2% des Stacks abgeführt werden, mit einer Begrenzung auf maximal 1 Euro. Für Turniere werden pauschal 2 % des Buy-ins bzw. Re-buys veranschlagt. Im 2p2-Forum wird bereits über die verschiedenen Szenarien diskutiert, wobei manche sich eine ähnliche Regelung für Deutschland wünschen, wohingegen andere eher dafür eintreten, dass Online-Poker in Deutschland weiterhin illegal bleibt.

Glücksspiel in Frankreich

Glücksspiel ist in Frankreich in den meisten Fällen legal, allerdings unterliegt es strengen Regelungen und Kontrollen. Zwei der wichtigsten Organisationen sind die Française des Jeux (FDJ – staatliche Lotterie) und die Pari Mutuel Urbain (PMU – privater Anbieter von Pferdewetten mit Monopol). Erstere ist die staatliche Lotto-Gesellschaft und gehört zu den größten Lotterieveranstaltern der Welt. Die FDJ betreibt ebenso Sportwetten – jedoch mit einer Ausnahme, Pferdewetten werden von der PMU angeboten.

Bald könnte ein neuer Spieler im französischen Glücksspiel auftreten. Das neue Gesetz zur Öffnung des französischen Online-Glücksspiels sieht eine Verwaltungsbehörde zur Regulierung von Online-Glücksspielen vor: “Autorité de Régulation des Jeux En Ligne” (ARJEL) (Öffnung des Marktes im Bereich der Onlinespiele in Frankreich). Die ARJEL hat auch praktisch das letzte Wort, denn sie ist für die Umsetzung der Lizenzierungen und somit zum Teil für die Gesetzesumsetzung zuständig. Laut Lisa Horn von pokernews soll diese Behörde “nicht lizenzierte Webseiten sperren dürfen ohne eine Autorisierung seitens der Justiz einholen zu müssen. Kurz: ohne Gerichtsbeschluss dürfen Seiten einfach gesperrt werden.” (Quelle: Frankreich: Lizenzierungsmodell soll zum Zensurmodell werden)

Liberalisierung des Glücksspiel-Monopols und Regulierung für das Online-Glücksspiel

Laut einem Artikel des Casino Lawyer war es in Frankreich, neben den Anbietern aus den anderen EU-Staaten, der FDJ und der PMU vorbehalten, Online-Glücksspiel anzubieten. Anderen französischen Organisationen, unter anderem Casinos, war dies nicht erlaubt (Casino Lawyer Winter 2009, p. 26). Im April 2009 legte die französische Regierung einen Gesetzesentwurf zur Liberalisierung des Glücksspielmonopols vor, nachdem von Seiten der Europäischen Kommission Druck ausgeübt wurde (ISA Guide – Liberalisierung in Frankreich). Dieser Entwurf wurde – wie üblich – zuerst vom französischen Senat (März 2010) und schließlich vom Parlament (April 2010) bestätigt.

Der Gesetzesentwurf, bzw. das Gesetz, ist nicht unumstritten und wird von mehreren Seiten kritisiert. Das Gesetz inkludiert Pferdewetten, Sportwetten und andere Spiele wie Poker (cash und tournament). Casino-Spiele sind nicht erwähnt, weshalb davon ausgegangen wurde, dass diese weiter unter dem Monopol der FDJ bleiben. Dies hat sich bestätigt und wird vom Geschäftsführer der Remote Gambling Assocation (RGA) in einem Interview zum Gesetz stark kritisiert (Interview mit RGA CEO). Das wiederum könnte zu Problemen mit dem EuGH im Bereich der Diskriminierung der Dienstleistungsfreiheit führen, ähnlich wie dies in Österreich der Fall ist. Etwas kurzsichtig ist es wohl auch, dass die Formulierungen nicht technologie-neutral sind, d. h. das Glücksspiel via Telephon-, Satellite- und Mobile-Devices nicht erfasst wird (European Gaming Lawyer, p. 16).

Rechtliche Voraussetzungen für Anbieter

Im Gegensatz zu Österreich sah der französische Gesetzesentwurf nicht vor, dass der Anbieter einen Sitz in Frankreich haben muss, um eine Konzession erhalten zu können. Ein Sitz in einem EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinsaft) Mitgliedsstaat, der über ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Frankreich verfügt, ist ausreichend. Allerdings muss ein Repräsentant in Frankreich verfügbar sein. Die Europäische Kommission kritisierte dies ebenso wie die Forderung, dass von den Spieldaten ein Echtzeitbackup in französischem Staatsgebiet innerhalb Europas zur Verfügung steht. Dieser Spieldatenzugriff ist auch in Malta, Italien und Alderney verpflichtend. Allerdings reicht es bspw. in Italien, die Daten durch ein entsprechendes italienisches Netzwerk zu führen, während in Frankreich der Anbieter eigene Server zum Spiegeln der Daten hosten müsste. Der Entwurf sieht bei der Besteuerung vor, 8,5 % für Sportwetten, 15,5 % Pferdewetten und 2 % für Pokern zu verlangen (European Gaming Lawyer, p. 16-18). PokerNews.de schreibt allerdings von “einer Steuer in Höhe von 2% auf Poker und 7,5 % auf Sportwetten” (PokerNews.de).

Neben der Europäischen Kommission hat auch die Remote Gambling Association (RGA) Kritik an dem Entwurf geübt. Die RGA kündigte im Januar 2010 an, dass sie rechtliche Schritte überlegen werde, falls die französische Regierung den Gesetzesentwurf verabschiedet. Die RGA spricht sich gegen das Gesetz aus, da private Anbieter diskriminiert werden, insbesondere im Bereich der Sportwetten. So würden auch bisherige Anbieter gezwungen sein, dass sich französische Spieler neu anmelden und die alten Accounts gelöscht werden, wohingegen die bestehenden Monopole davon ausgenommen sind. Für Pokerspieler wäre die Restriktion problematisch, da es eine Begrenzung von payouts geben soll (RGA may challenge French gambling reforms).

Laut yogonet dürfte Ende April 2010 eine Stellungnahme der EU-Kommission folgen, die den Gesetzesentwurf bereits vor April 2010 erhalten hatte (French remote gambling law fails EU tests).

Exkurs: Casinos in der Krise – Frappierende Ähnlichkeiten zu Deutschland

Ähnlich wie in Deutschland sind die Casinos in Frankreich in einer Krise, die Gründe sind praktisch identisch. Im Casino Lawyer werden vier Gründe angeführt: (Casino Lawyer Winter 2009, p. 26)
  • Das Rauchverbot in Casinos (Januar 2008) führte zum Abwandern der Kunden ins Internet.
  • Die Finanzkrise.
  • Strikte Registrierungsmaßnahmen für Casino-Besucher scheinen keine erfolgreiche Marketingstrategie zu sein.
  • Französische Casinos hatten keine Möglichkeit in den Online-Markt einzusteigen, sie wurden sogar verklagt, wenn sie es versuchten. Allerdings können Anbieter aus EU-Ländern Online-Spiele anbieten, sowie die zwei Staatsmonopolisten Francaise des Jeux und Pari Mutuel Urbain Online-Glücksspiel.
Vergleiche hierzu die Artikel über Deutschland im Tagesspiegel und der FAZ (Nichts geht mehr in Berlins Spielbanken, „Nüscht geht mehr“).
Anmerkung/Disclaimer: Wir sind keine Juristen und keine dieser Informationen ist irgendeiner Form juristisch belegt. Ebenso wenig sind wir in irgendeiner Form zu einer rechtlichen Beratung fähig.
für das Team Thomas und Bernhard

// April 15th, 2010 // 2 Comments » // Poker Recht

Glücksspielnovelle & Poker – Kritische Betrachtung

Einführung

Dieser Artikel geht auf die aktuelle Gesetzesentwicklung in Österreich im Rahmen der Glücksspielnovelle ein. Besondere Berücksichtigung finden dabei die Informationen, die aus anderen Ländern – insbesondere Deutschland und die Niederlande – vorliegen, sowie die wirtschaftspolitische Problematik von Monopolen im Online-Markt.

Poker wird gespielt, ob legal oder illegal

Sollte ein Monopol oder eine sehr strikte Vergabe von Poker-Konzessionen stattfinden, so wird es zu einem massiven Anstieg an illegalen Pokerspielern kommen. Die Zahlen aus Europa sind eindeutig, jede Form der starken Beschränkung des Zugangs führt unweigerlich dazu, dass illegale, halb-legale und ausländische Angebote wahrgenommen werden. Beispiel Niederlande (Daten von 2008): 13 Casinos mit Pokertischen, 205 000 Niederländer spielten trotzdem illegal Live-Poker. 372 000 Niederländer spielten Online-Poker, welches in den Niederlanden illegal ist bzw. es gibt noch keinen legalen Anbieter (Infografik zum holländischen Glücksspielmarkt). Holland Casino dürfte Online-Poker anbieten, tut dies aber nicht. Ob dies eine Folge von Innovationsunwilligkeit durch Monopolschutz ist, kann ich nicht beantworten (Quelle: Pressemitteilung des Justizministeriums der Niederlande).

Wie einfach es ist Live-Poker zu spielen bzw. sogar Turniere abzuhalten, zeigten die Ergebnisse der Razzia eines Poker-Turniers in Kufstein: “Eine Maßnahme, die ihre Wirkung verfehlte: Noch am selben Abend mussten Kufsteiner Polizisten bei einer weiteren Kontrolle feststellen, dass das Turnier im Gang war.” (Quelle: Pokerturnier trotz Razzia fortgesetzt)

Niederlage für Staat, Bürger und Wirtschaft

Die Folgen davon sind einfach und zum Nachteil aller Beteiligten: der Staat verliert Steuereinnahmen und der Bürger ist im besten Fall verwirrt, im schlimmsten Fall macht er sich strafbar. Bestes Beispiel ist wohl Deutschland, wo Boris Becker, Stefan Raab und andere Persönlichkeiten fleißig im Fernsehen Poker spielen und auch teilweise für Spielgeld-Varianten von Pokerseiten werben (Bsp: Boris Becker – PokerStars), jedoch der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) jede Form von Online-Glücksspiel explizit verbietet. (Anmerkung: Online-Poker Räume werben mittels der sogenannten “.net” Seiten, dort wird nur mit Spielgeld gespielt im Gegensatz zu den “.com” Seiten, wo dann mit Echtgeld gespielt wird. Das Branding ist allerdings identisch. So kann das Werbeverbot geschickt umgangen werden.) So steht im § 4 Sektion 4 des GlüStV kurz und bündig: “Das Veranstalten und das Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet ist verboten.” (Quelle: Gesetz zum Glücksspielstaatsvertrag – § 4) Die wirtschaftlichen Konsequenzen eines generellen Verbotes zur Entwicklung und Angebots einer gesamten Branche im Online-Bereich sind meiner Meinung nach wirtschaftspolitisch verheerend. Es geht hier weniger um entgangene Einkünfte des Staates oder der Wirtschaft, sondern um das verlorene Know-How. Deutschland konnte im Online-Glücksspiel keine Kapazitäten aufbauen, d. h. dieser Bereich bietet keine Arbeit/Ausbildung/Entwicklungskapazitäten für Online-Marketing, Software-Entwicklung, Verschlüsselung, Suchmaschinenoptimierung etc. Ich habe bei einer Spiele-Firma (kein Glücksspiel) in Hamburg im Online-Marketing gearbeitet und habe daher einen Einblick, wie viele zusätzliche Fachkräfte im Online-Geschäft beschäftigt und ausgebildet werden. Da der Online-Markt durch rapide Entwicklungen und hohe Flexibilität (Branchenwechsel ist einfacher, da oft das Online-Wissen entscheidender ist, als anderes Wissen) geprägt ist, ist ein derartiges Pauschalverbot höchst fahrlässig, von demokratie-politischen und kulturellen Belangen abgesehen.

Exkurs: Kontraproduktive Gesetzgebung in Frankreich und Deutschland

Deutschland und Frankreich haben durch starke Restriktionen die staatlichen Casinos ruiniert, da die Kunden auf Online- und/oder illegale Angebote zurückgreifen.

Der Casino Lawyer (Winter 2009) führt für Frankreich die Gründe an: (Casino Lawyer – Winter 2009, p. 26 ):
  • Das Rauchverbot in Casinos (Januar 2008) führte zum Abwandern der Kunden ins Internet.
  • Strikte Registrierungsmaßnahmen für Casino-Besucher.
  • Französische Casinos hatten keine Möglichkeit in den Online-Markt einzusteigen, sie wurden sogar verklagt wenn sie es versuchten. Allerdings können Anbieter aus EU Ländern Online-Spiele anbieten, sowie die zwei Staatsmonopole Francaise des Jeux und Pari Mutuel Urbain Online-Glücksspiel. (Anmerkung: Frankreich hat in den letzten Monaten die Online-Glücksspiel Gesetzgebung geändert.)
Für Deutschland sehen die Ursachen fast identisch aus. So teilte der Chef der Spielbanken Schleswig-Holsteins Matthias Hein gegenüber der FAZ mit, dass vor allem drei Entwicklungen die Branche hart treffen:(Quellen: Tagesspiegel – Senat will Spielbanken Geld schenken ,FAZ – „Nüscht geht mehr“)
  • Ausbreitung der Automatenspielhallen
  • Illegales Glücksspiel im Internet
  • Striktes Rauchverbot in Casinos

Spielerschutz – Automaten vs. Poker – Fehlende Lobby?

Die Suchtprävalenzraten bei Poker und anderen Kartenspielen sind laut der Forschungsstelle für Glücksspiel der Universität Hohenheim gering, insbesondere im Vergleich zum Automatenglücksspiel. Wieso ich daher überall Automaten sehe und legal spielen darf, während ich mich strafbar mache, wenn ich via PokerStars oder einer anderen Seite online spiele, entzieht sich für mich jeder Logik (Quelle: Der deutsche Glücksspielmarkt 2006).

Monopole und ihre Wirkung auf Innovation

Insbesondere ein Monopol im Online-Bereich ist für alle Beteiligten von Nachteil. Der Monopolist kann sich ausruhen und wird die technische Entwicklung verabsäumen. Die Spieler sind gezwungen nur gegen einheimische Spieler zu spielen, daher ist die Anzahl der Gegner und die möglichen Uhrzeiten zum Spielen stark eingeschränkt. Ein Ausweichen auf illegale ausländische Anbieter ist dadurch für viele eine durchaus angebrachte Option. Die Folgen sind klar, der Spieler macht sich strafbar und der Staat hat einen Steuerentgang. In weiterer Folge muss das Gesetz entweder strikt exekutiert werden, was mit enormen Kosten verbunden ist, oder der Verstoß wird geduldet, was das Gesetz praktisch sinnlos macht und wiederum zum Steuerentgang führt.

Jede Form von Monopol ist eine strategische Entscheidung gegen Innovation und wird in kürzester Zeit den Monopolisten wettbewerbsunfähig machen. In der Vergangenheit wurden Monopole ökonomisch zielgerichtet und erfolgreich eingesetzt, um den Aufbau eines Wirtschaftszweiges oder einer Branche zu ermöglichen. Jedoch ist dies heute kaum noch möglich, da Entwicklungszyklen, Innovationen und Marktübernahmen nicht mehr in Dekaden stattfinden, sondern innerhalb weniger Jahre, wenn nicht sogar Monate:
  • Google: 1998 gegründet
  • Facebook: 2004 gegründet
Beide Unternehmen haben in wenigen Jahren die Konkurrenz zum Teil “vernichtet” oder in starke Bedrängnis gebracht (AltaVista, MySpace, etc.). Der erste Online-Poker-Raum nahm 1998 seinen Betrieb auf, heute ist der Pionier praktisch unbekannt (Quelle: Poker im Internet). Sowohl die Novomatic als auch bwin konnten sich am internationalen Markt ohne Monopolschutz durchsetzen.

Anmerkung/Disclaimer: Wir sind keine Juristen und keine dieser Informationen ist irgendeiner Form juristisch belegt. Ebenso wenig sind wir in irgendeiner Form zu einer rechtlichen Beratung fähig.
für das Team
Bernhard

// April 12th, 2010 // 3 Comments » // Poker Markt, Poker Recht

Deutsche Poker Blogs – eine erste Auswahl

Poker Blogs deutschsprachig - Deutschland, Österreich und Schweiz Da auf 2p2 und anderen Seiten immer wieder nach deutschen Poker Blogs gefragt wird, haben wir uns daran gemacht, die deutschsprachige Poker Blogosphäre zu erkunden und zu “kartografieren”. Wir haben uns die Zeit genommen, um jeden Blog, seine Inhalte und seine Autoren kurz zu beschreiben.

Wir haben zu jedem Blog einen kurzen Kommentar, einen oder mehrere ausgewählte Posts und Zitate. Die ausgewählten Zitate sind manchmal aus dem Kontext genommen und dienen vor allem zu Eurer und unserer Belustigung.

Wir freuen uns über Kommentare und/oder Emails (poker2share@gmail.com) für Ergänzungen und Anmerkungen zu weiteren Blogs bzw. Informationen.


TiltKontrolle

Kommentar: Der Blog von Victor Vega ist seit August 2008 dabei. Er gehört wohl zu den bekanntesten und beliebtesten deutschen PokerBlogs. Victor behandelt alle Themen von Poker-Sendungen über Spielsucht zu (Poker) Geschichte. Bei ihm wirst Du kaum Handhistories oder Strategiediskussionen finden.

Ausgewählter Post: Prohibition und Online-Poker

Ausgewählte Zitate:
  • “Als mich am Samstag ein Freund anrief und mir von dem Überfall erzählte, dachte ich, da wird die eine Hälfte Deutschlands vor den Volksempfängern hocken und sich denken: Geschieht denen recht.”
  • “Poker is like dating a German chick. You might love her but she will not always love you back.”



schoschovic vs luke

Kommentar: Schosch ist der (Haupt-)Autor des Blogs, er ist Mitte 20 und studiert Wirtschaftsinformatik. Er pokert seit 2007 im Moment ist er bei NL1000 angelangt. In den kommenden Monaten konzentriert er sich jedoch vor allem auf einen erfolgreichen Abschluss seines Studiums. Der Inhalt des Blogs dreht sich hauptsächlich um Handhistories und Online-Poker. Ansonsten ist das Blog-Design sehr angenehm und gut zu lesen, auch gibt es praktisch keine Banner oder sonstige Werbungen, was die inhaltliche Qualität nochmal designtechnisch aufwertet. Seine Artikel werden immer mit einem prägnanten Poker-Zitat beendet.
Seit kurzer Zeit blogged auch Luke mit. Die beiden haben eine Challenge laufen, wo es um einen Flug nach Las Vegas geht.

Ausgewählter Post: Worauf es beim Poker wirklich ankommt

Ausgewählte Zitate:
  • “Meine erste kurze ‘Beziehung’. Dieses Mädel zeigte uns dann auch mit ihrer Freundin die gesamte Insel.”
  • ” Ich möchte gar nicht wissen wie lange dort schon geklingelt wurde, aber ich konnte nicht mehr vor Lachen als der Typ der aufgemacht hat und ihm zwei Polizisten gegenüber standen (ein Mann und ne Frau) einfach nur ganz trocken ruft: ‘Hey Jungs! Wer hat denn die zwei Stripper bestellt?’ “



LERANER – Pokern auf Gran Canaria

Kommentar: Leraner ist 2009 von Norddeutschland nach Gran Canaria gezogen, nachdem er beim Pokern mehr Geld machte als bei seiner (alltäglichen) Arbeit. Er gehört auch zu den wenigen, die Kontaktdaten (für Coaching) angeben. Insbesondere sein Post über die Entscheidungsfrage zum professionellen Pokerspielen verdient besondere Aufmerksamkeit.

Ausgewählter Post: Soll ich Pokerprofi werden? Nichts als die Wahrheit.

Ausgewähltes Zitat: “Im Rahmen der Spielsuchtprävention zahlen sie mir anschließend die Behandlung beim Psycho Doktor.”




Pokergeeks.de – not just poker

Kommentar: Corny und Mors sind die Pokergeeks. Ihr Blog ist seit 2008 dabei und bietet eine breite Palette an Pokerthemen (Coaching-Videos, Händen, News etc.) und allgemeinen Dingen wie Computerspielen und Real-Life-Erlebnissen der beiden. Manche ihrer Berichte werden immer wieder – zu meiner Freude – durch Heavy Metal Videos ergänzt.

Ausgewählter Post: Lösung für Leidiges Fullscreenproblem bei Pokervideos im Flashstream

Ausgewähltes Zitat: “Entgegen der Meinung von Sophie S. bin ich nicht dumm. Dies kann ich zu 100% bestätigen.”




Der Poker Profi – Blog eines professionellen Pokerspielers

Kommentar: Der Poker Profi ist wohl einer der aktivsten und kreativsten Pokerblogger. Noch interessanter – für mich – ist sein Hintergrund, er hat sich 1 Jahr Auszeit genommen, um sich neu zu orientieren, sein Leben zu genießen und im Pokergeschäft Fuß zu fassen. Neben allgemeinen News und humorvollen Beiträgen berichtet er insbesondere über Innovationen im Pokerbereich und neuen Bonusangeboten.

Ausgewählter Post: Die grössten online Pokerräume: Marktanteile

Ausgewähltes Zitat: “Die tägliche Portion Gemüse, z.B. in Form von Tomaten, sollte keinesfalls vergessen gehen”.




Poker & Wetten – Vom Sensemän zum Millionär

Kommentar: Der Blog von Max aus Berlin (19 oder 20 Jahre) besteht seit Februar 2008 und gehört mit über 160 – teilweise sehr langen – Posts auch zu den ausführlichsten und ältesten Blogs. Leider sind die Posts ohne Kategorien und Tags :( , wodurch die Navigation sehr erschwert wird. Der Inhalt setzt sich zum Großteil aus Hand Histories und Reviews zusammen.

Ausgewählter Post: ZIVI – CHALLENGE

Ausgewähltes Zitat: “Achso… Schaut euch mal den NPD-Werbespot an. Der ist wirklich unglaublich dumm.”




Likando – diary: how to become a professional poker player

Kommentar: Likando ist wohl der einzige deutschsprachige Video-Poker-Blogger, den wir bis jetzt gefunden haben. Sein westösterreichischer Dialekt dürfte für einige Deutsche eine leichte Hürde darstellen ;). Er spielt seit 3 Jahren Poker und seit 2 Jahren auch mit ordentlichem Erfolg. Spezialisiert hat er sich auf Turniere (online wie live). Er hat auch schon mit Chris Moneymaker an einem Tisch gesessen und bietet Poker-Coaching an.

Ausgewählter Post: about me

Ausgewähltes Zitat: “Wegen der Bierschlasche: Die hat Ihre volle Daseinsberechtigung, da es ein Duff Beer ist, das darf man als Dekoration aufstellen”




Pokerblog Coinflip.de – Coaching, Pokervideos, Rakeback

Kommentar: Coinflip hat im Moment 4 aktive Blogger, wozu sich noch weitere 10 ehemalige Blogger gesellen. Der Blog wurde am 16. Januar 2007 eröffnet, also fast 1 Jahr bevor der Glücksspielstaatsvertrag in Kraft trat. Die Blogs beschäftigt sich hauptsächlich mit Handhistories, lifestyle und Reviews. Die Jungs spielen NL, PLO und MTT. Desweiteren gibt es ein paar Videos zum downloaden und MrNike bietet Coaching an.

Ausgewählte Posts: Ausgewählte Zitate:
  • “Hobbies: Kochen/Backen/Essen, Poker”
  • “Familienfeiern sind -EV was Poker angeht”



mü17.blog – All I need is Fish’n'Chips

Kommentar: Mü17 blogged seit Mai 2008, schreibt hauptsächlich über Cash Game und auch über Turniere. Ein besonderes Merkmal seiner Posts ist, dass er einen Titel aus Zitaten wählt und am Ende die jeweilige Quelle dafür angibt (zumindest in den neueren Posts). Seine Posts sind reich an Handhistories; auch die Kategorien erleichtern die Navigation und geben einen guten Überblick über die Inhalte. Insbesondere die Brags+Beats-Kategorie kann man so gezielt auswählen oder vermeiden …

Ausgewählter Post: …bevor ich dich mit meinem Beil zerteile

Ausgewähltes Zitat:
  • “Es ist echt ein Witz! Es könnte vielleicht sogar ein guter Witz sein… …wenn er nicht auf meine Kosten wäre.”
  • “Manchmal sind die schlimmsten Hände nicht die, die man verliert, sondern die, die man nicht gewinnt”.
  • “Ich glaube Stars hasst mich.”
  • “Der Mai war so aufregend und abwechslungsreich, dass ich den Drang verspürte, diese Erfahrung in ein Kunstwerk zu bannen. Ich nenne es ‘Swings im Mai’”
  • “Habe ich eigentlich schonmal gesagt, dass ich Turniere hasse?”



Poker Amigos

Kommentar: Der Blog der Poker Profis Georg Danzer und Jan Heitmann. Er hat etwas von allem: Videos, Allgemeines, Coaching, Graphen, Reise- und Turnierberichte. Außerdem twittern die beiden auch direkt von Turnieren.

Ausgewählter Post: Erfolgreiches Coaching

Bestes Zitat: “Sein Verständnis von Poker ist manchmal erschreckend groß.”




Demnächst folgt die zweite Runde der deutschen Poker Blogs.
Wir freuen uns über Kommentare und Anregungen!

UPDATE: Hier findest Du die zweite Runde der deuschen Poker Blogs.

Für das Team
Bernhard

// April 7th, 2010 // 5 Comments » // Poker Lifestyle